Plastische Chirurgie
Die Praxis führt kosmetische und wiederherstellende Eingriffe am Gesicht durch. Das Spektrum umfasst Rekonstruktionen nach Tumorentfernungen und Verletzungen sowie ästhetische Korrekturen an Ohren und Nase. Ausgenommen sind rein kosmetische Verfahren wie Facelifts, Augenlidplastiken oder Kinn- und Wangenaugmentationen.
Ohrmuschelkorrektur (Otoplastik)
Die Otoplastik ist die chirurgische Korrektur abstehender Ohrmuscheln — eine der häufigsten ästhetischen Eingriffe im HNO-Bereich. Abstehende Ohren entstehen durch eine fehlende oder unzureichend ausgeprägte Anthelixfalte und/oder eine vergrösserte Ohrmuschel (Concha).
Durch einen Schnitt hinter der Ohrmuschel wird der Knorpel freigelegt, modelliert und durch Fadenfixierung in eine natürlich wirkende Position gebracht. Das Ziel ist ein harmonisches Ergebnis, das die individuelle Ohrform berücksichtigt — keine «angeklebten» Ohren.
Bei Kindern wird der Eingriff ab ca. 5–6 Jahren empfohlen (dann ist das Ohrwachstum weitgehend abgeschlossen) und unter Vollnarkose im Spital durchgeführt. Bei Erwachsenen kann die Operation ambulant unter Lokalanästhesie in der Praxis erfolgen.
Operationsdauer: ca. 1–1.5 Stunden pro Seite. Nachbehandlung: Stirnband für 1–2 Wochen, Sportverbot für 4–6 Wochen. Die Kosten werden von der Krankenkasse in der Regel nicht übernommen.
Nasenkorrektur (Rhinoplastik)
Die Rhinoplastik zählt zu den anspruchsvollsten Eingriffen in der Gesichtschirurgie. Sie wird durchgeführt, um funktionelle Probleme (Nasenatmungsbehinderung durch Nasenscheidewandverkrümmung) und/oder ästhetische Veränderungen zu korrigieren. Häufig werden beide Aspekte in einer sogenannten funktionellen Septorhinoplastik kombiniert.
Typische ästhetische Korrekturen umfassen: Höckerabtragung, Nasenspitzenkorrektur, Verschmälerung des Nasenrückens, Verkleinerung oder Anhebung der Nasenspitze und Korrektur asymmetrischer Strukturen.
Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose im Spital und dauert je nach Umfang 1.5–3 Stunden. Die Nachbehandlung umfasst eine Nasenschiene für 1–2 Wochen, innere Tamponaden oder Schienen für einige Tage. Schwellungen und Blutergüsse klingen innerhalb von 2–3 Wochen weitgehend ab. Das endgültige Ergebnis ist nach ca. 12 Monaten beurteilbar, da die Nasenspitze langsam abschwillt.
Ein ausführliches Beratungsgespräch zur Klärung der Erwartungen und Möglichkeiten ist Voraussetzung für den Eingriff. Der funktionelle Anteil der Operation wird in der Regel von der Krankenkasse übernommen, der rein kosmetische Anteil nicht.
Nasenfraktur-Behandlung
Nasenbeinbrüche sind die häufigsten Gesichtsfrakturen und entstehen durch direkte Gewalteinwirkung (Sport, Stürze, Unfälle). Typische Zeichen sind Schwellung, Bluterguss, sichtbare Fehlstellung und Nasenatmungsbehinderung.
Die Behandlung hängt vom Ausmass der Verschiebung ab. Bei geringer Fehlstellung kann abgewartet werden. Bei deutlicher Verschiebung erfolgt eine geschlossene Reposition (Geraderichten) in Lokalanästhesie — idealerweise innerhalb von 7–10 Tagen nach dem Trauma, bevor die Knochen in Fehlstellung verheilen.
Bei schweren Frakturen mit Beteiligung der Nasenscheidewand kann eine sofortige Operation erforderlich sein. Anschliessend wird die Nase für 1–2 Wochen mit einer äusseren Schiene stabilisiert.
Hautveränderungen und Hauttumoren
Hauttumoren im Gesicht und am Hals sind aufgrund der chronischen Sonnenexposition häufig. Die chirurgische Entfernung erfolgt mit einem Sicherheitsabstand, der sich nach dem Tumortyp richtet. Der entstehende Defekt wird sorgfältig mit lokalen Hautverschiebelappen oder Hauttransplantaten gedeckt.
Die Rekonstruktion richtet sich nach den ästhetischen Einheiten des Gesichts, um ein möglichst unauffälliges Ergebnis zu erzielen. Die Schnittführung wird in natürlichen Hautlinien und Falten platziert. Die meisten Eingriffe können in Lokalanästhesie ambulant in der Praxis durchgeführt werden.
Die histologische Untersuchung des entfernten Gewebes bestätigt die vollständige Entfernung. Bei bestimmten Tumortypen sind regelmässige Nachkontrollen erforderlich.
Rekonstruktive Gesichtschirurgie
Die rekonstruktive Gesichtschirurgie stellt Form und Funktion nach Tumorentfernungen, Unfällen oder bei angeborenen Veränderungen wieder her. Die Herausforderung liegt darin, sowohl ein funktionell als auch ästhetisch zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen.
Zum Spektrum gehören: lokale Hautlappen verschiedener Techniken (Rotations-, Transpositions- und Verschiebelappen), Vollhauttransplantate, partielle Nasenrekonstruktionen und Ohrrekonstruktionen. Die Wahl der Technik hängt von Grösse und Lage des Defekts sowie der Beschaffenheit der umgebenden Haut ab.
Kleinere Eingriffe werden in Lokalanästhesie in der Praxis durchgeführt, umfangreichere Rekonstruktionen unter Vollnarkose im Spital. In einigen Fällen sind mehrzeitige Eingriffe notwendig.
Narbenkorrektur
Störende Narben im Gesicht und am Hals können durch eine Narbenkorrektur verbessert werden. Die Technik umfasst die Neuausschneidung der Narbe mit Ausrichtung nach den natürlichen Hautspannungslinien (Relaxed Skin Tension Lines), wodurch die resultierende Narbe weniger auffällt.
Breite Narben können verschmälert, eingezogene Narben angehoben und unregelmässige Narben geglättet werden. Bei hypertrophen Narben oder Keloiden stehen ergänzende Massnahmen wie Kortisoninjektion, Silikonpflaster oder Kompressionstherapie zur Verfügung.
Der Eingriff erfolgt in der Regel in Lokalanästhesie. Das endgültige Ergebnis einer Narbenkorrektur ist nach ca. 6–12 Monaten beurteilbar, da die Narbenreifung Zeit benötigt.
Lippen und Lippenplastik
Chirurgische Eingriffe an den Lippen werden überwiegend zur Entfernung von Tumoren durchgeführt. Das Lippenkarzinom tritt am häufigsten an der Unterlippe auf und wird durch chronische Sonnenexposition begünstigt.
Die Rekonstruktion nach Tumorentfernung erfordert besondere Sorgfalt, da die Lippen funktionell (Sprechen, Essen, Trinken, Mimik) und ästhetisch eine zentrale Rolle spielen. Je nach Defektgrösse kommen direkte Verschlüsse, lokale Verschiebelappen (z.B. Abbe-Lappen, Karapandzic-Lappen) oder gestielter Gewebsersatz zum Einsatz.
Die Eingriffe werden meist in Lokalanästhesie durchgeführt. Ein besonderer Fokus liegt auf der Rekonstruktion des Lippenrots und der natürlichen Lippenkontur.
Verletzungen am Hals und Gesicht
Verletzungen im Gesichtsbereich erfordern eine sorgfältige Erstbeurteilung und fachgerechte Versorgung, da das ästhetische Ergebnis langfristig sichtbar bleibt. Die Behandlung umfasst Weichteilverletzungen (Schnittwunden, Risswunden, Bissverletzungen) sowie Knochenfrakturen.
Grundprinzipien der Gesichtswundversorgung: sparsames Wunddébridement (Gewebe im Gesicht ist gut durchblutet und heilt in der Regel gut), schichtweiser Wundverschluss, Berücksichtigung der ästhetischen Einheiten und sorgfältige Naht in den Hautspannungslinien.
Je nach Schweregrad erfolgt die Behandlung ambulant in der Praxis oder stationär im Spital. Eine zeitnahe Versorgung (idealerweise innerhalb von 6–8 Stunden) ist für das funktionelle und kosmetische Ergebnis wichtig.
Ohrmuschelverletzungen
Verletzungen der Ohrmuschel umfassen Riss-, Quetsch-, Bissverletzungen und eingerissene Ohrläppchen (häufig durch Ohrringe). Die Ohrmuschel besteht aus einem dünnen Knorpelgerüst, das von Haut bedeckt ist und eine besondere chirurgische Versorgung erfordert.
Eingerissene Ohrläppchen sind sehr häufig und können in der Regel unkompliziert in Lokalanästhesie rekonstruiert werden. Komplexere Verletzungen mit Knorpelbeteiligung erfordern eine sorgfältige schichtweise Rekonstruktion, um Infektionen und Deformitäten (z.B. Blumenkohlohr) zu vermeiden.
Ein Othämatom (Bluterguss zwischen Knorpel und Knorpelhaut) muss zeitnah entlastet und durch einen Druckverband versorgt werden, um eine dauerhafte Deformierung zu verhindern.